Bitcoin bald gesetzliches Zahlungsmittel in El Salvador

El Salvador will Bitcoin als erstes Land als gesetzliches Zahlungsmittel anerkennen. Es wurde dem Kongress ein Gesetzentwurf vorgestellt, in dem Bitcoin neben dem US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt wird.

Während einer mehrtägigen Kryptowährungskonfernz, die in Miami stattfand, verkündete der Präsident El Salvadors, Nayib Bukele diese Nachricht. Kooperieren möchte das Land mit dem Unternehmen Strike, dass sich auf das Erstellen von digitalen Briefbörsen (sogenannte Wallets) für Kryptowährungen fokussiert.

Situation in El Salvador

Präsident Bukele will durch diesen Gesetzentwurf das Land und das Geldsystem modernisieren. In El Salvador werden bis heute mehr als 80 Prozent der Transaktionen mit Bargeld durchgeführt. Zudem haben circa 70 Prozent der Bevölkerung kein Bankkonto. Falls Einwohner des Landes Banküberweisungen tätigen wollen, fallen oft erhebliche Gebühren an und die Transaktion dauert mehrere Tage bis Wochen. Ein weiterer großer Vorteil von Bitcoin ist, dass dieser nicht hyperinflationiert werden kann. Die Inflation
des Bitcoins ist festgelegt und reduziert sich alle vier Jahre um 50 Prozent. Langfristig könnte Bitcoin das Land vor hohen Inflationsraten schützen.

Kritik an der Regierungsform des Präsidenten

El Salvadors Präsident Bukele ist ein moderner 39-Jähriger. Botschaften für die Bürger und Parlamentsmitglieder verkündet er gerne über die Social-Media-Plattform Twitter. Bukele ist seit mehr als dreißig Jahren der erste Präsident, der ohne die Unterstützung großer Parteien die Wahl im Jahre
2018 gewann. Allerdings geriet er des Öfteren durch seinen Regierungsstil in Kritik. Unter anderem im Februar 2020, als er Soldaten zum Parlament beorderte, um Abgeordnete unter Druck zu setzten, eine seiner Finanzierungen zu bewilligen. Auch sein jüngstes Vorhaben wird von einigen kritisiert. Kritiker verweisen darauf, dass Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel extrem riskant sei, aufgrund der hohen Volatilität.

 

Keine Steuern mehr auf Bitcoin-Kursgewinne

Sobald der Bitcoin ein anerkanntes Zahlungsmittel ist, entfällt für die Bürger das Versteuern von Kursgewinnen der Digitalwährung. Kapitalertragssteuer müsse dann nicht mehr gezahlt werden. Dies könnte vor allem auf ausländische Investoren attraktiv wirken.

 

Bitcoin als Zahlungsmittel: Große Chance oder großer Fehler?

Das Anerkennen von Bitcoin als staatliches Zahlungsmittel neben dem USDollar birgt natürlich Risiken. Andererseits besteht die große Chance, dass El Salvador es schafft, von einer Bargeldwirtschaft hin zu einer modernen und digitalen Wirtschaft zu wechseln. Dies würde dem Land und deren Bewohnern guttun. Zudem hat das Land seit langer Zeit mit Korruption zu kämpfen. Ein digitales Zahlungssystem könnte für deutlich mehr Transparenz sorgen und die Korruption im Land verringern. Bürger könnten außerdem deutlich leichter und kostengünstiger Geld versenden und erhalten.

Schreibe einen Kommentar

Bitte akzeptieren Sie AGB/Datenschutzerklärung.